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Andreas Freimanns "Home Run" (3)


Andreas Freimann
(Foto: Kiefner)
[12.07.2005] Andreas Freimann läuft nach Hause oder besser zu Hause. Ein Start bei der Europameisterschaft U23 vor der eigenen Haustür steht fest auf dem Plan des Mittelstreckentalents. Wie der sympathische 800-Meter-Läufer vom LC ThüringenGas Erfurt die Zeit als Lokalmatador erlebt, erzählt er auf leichtathletik.de und nimmt uns so mit auf seinen Weg nach Hause.

Hallo liebe Freunde,

In zwei Tagen ist es soweit! Am 14. Juli um 19:30 Uhr stehe ich in unserem geschmückten Steigerwaldstadion auf der neuen Tartanbahn am Start. Ich freue mich wahnsinnig darauf!

Es hat ja auch lange genug gedauert, bis wir das erste Mal nach den Umbauarbeiten im Stadion trainieren durften. Genutzt haben wir die Gelegenheit aber nur am Dienstag für eine wichtige Tempolaufeinheit. Mit 8x 200 Metern stand das letzte harte Training vor meinem Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Mein Trainer war an diesem Tag zufrieden mit mir. Und wenn er es ist, kann auch ich optimistisch in die Europameisterschaft U23 gehen.

Umzug ins Mannschaftshotel

Heute reist das deutsche Team nach Erfurt an und bezieht ihr Quartier im Hotel. Das heißt, auch ich werde heute meine Sachen packen und somit einen längeren Anreiseweg zum Stadion in Kauf nehmen müssen. Aus 200 Metern Luftlinie werden dann etwa drei Kilometer.

Doch das Meisterschaftsfeeling im Mannschaftshotel will ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Für mich ist alles genau so, wie für die anderen auch. Ich werde sogar mit der Straßenbahn zum Wettkampfort fahren, obwohl ich sonst im Alltag fast alles erlaufen kann.

Zusätzliche Motivation

Das Hotelzimmer teile ich mir mit meinem Freund und Trainingskollegen Stefan Eberhardt. Unser Trainer Dieter Hermann hat dafür gesorgt, dass das klappt. Schließlich wohnen wir sonst auch in einem Haus zusammen und verstehen uns wirklich gut.

Stefan hat es drauf, mich so richtig zu motivieren. Am vergangenen Wochenende in Cuxhaven lief er, als 1.500-Meter-Spezialist, die 800 Meter schneller als ich jemals in dieser Saison. Aber ich weiß, dass ich es auch besser kann und das werde ich in den nächsten vier Tagen auch zeigen.

Umarmung vom Präsidenten

Heute bin ich Ralf Hafermann, dem Präsidenten des Thüringer Leichtathletik-Verbandes, im Stadion begegnet. Er hat mir noch mal persönlich zu meinem zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften, was wirklich ein großartiger Erfolg für mich war, gratuliert. Seine Freude über meine Leistung hat ihn sogar zu einer Umarmung hingerissen. Doch damit nicht genug, er versprach mir: "Wenn Du bei der EM eine Medaille holst, falle ich vor Dir auf die Knie!"

Auch wenn ich das zu gern erleben würde, setze ich mich nicht unter Druck, sondern beherzige die nüchterne aber jederzeit angebrachte Bemerkung meines Trainers: "Die anderen kochen auch nur mit Wasser!"

Wie gut mir das gelungen ist und ob sich der Präsident schon langsam auf die Erfüllung seines Versprechens vorbereiten kann, erfahrt ihr am Freitag, den 15. Juli, dem Tag nach meinem Vorlauf, von mir.

Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß und spannende Wettkämpfe in meiner Heimatstadt Erfurt!

Euer Andy


(af/jk)