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Vorschau zur U23-EM in Erfurt - Frauen


Deutschland - Frauen
[12.07.2005] Am Donnerstag beginnen die Europameisterschaften U23 im Erfurter Steigerwaldstadion. Das deutsche Team umfasst insgesamt 78 Athleten, davon 41 Männer und 37 Frauen. Bei der letzten U23-EM im polnischen Bydgoszcz vor zwei Jahren erreichte das DLV-Team mit 13 Medaillen Rang drei in der Nationenwertung. leichtathletik.de nimmt für Sie die DLV-Chancen bei der Neuauflage unter die Lupe.

Wie die Aussichten der jungen deutschen Frauen diesmal in den einzelnen Disziplinen einzuschätzen sind, haben Peter Grau und Christian Fuchs zusammengestellt.

100m/4x100m
Verena Sailer (LAC Quelle Fürth/München/Würzburg) und Anne Möllinger (MTG Mannheim) haben nach ihren Vorleistungen gute Chancen aufs Finale über 100 Meter. Verena Sailer überzeugte vor allem als Vierte bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid, während Anne Möllinger dort fehlte. Klare Favoritin ist die Griechin Maria Karastamati, die schon bei 11,27 Sekunden angekommen ist und Dritte der Hallen-EM in Madrid war. Sie wird von der Olympia-Dritten mit der französischen Staffel, Veronique Mang, herausgefordert. Um eine Medaille kämpfen will das Quartett des DLV über 4x100 Meter. Die fünf Kandidatinnen für diese Staffel sind neben den beiden Einzelstarterinnen Susann Dombrowski (LAC Erdgas Chemnitz), Johanna Kedzierski (MTG Mannheim) und Karoline Köhler (Team Erfurt). Die stärksten Gegnerinnen kommen aus Griechenland, Russland und Großbritannien.

200m
Über 200 Meter sind keine deutschen Athletinnen gemeldet. Nach den jüngsten Leistungen werden die Russin Yelena Yakovleva (23,18 sec) und die Italienerin Vincenza Cali (23,22 sec) von Olha Andreyeva (Ukraine) und Veronique Mang gejagt.

400m/4x400m
Ein Spiegelbild der WM-Situation im Erwachsenenbereich ergibt sich auf den 400 Metern, denn auch hier hat sich im Einzel keine deutsche Athletin qualifiziert. Es könnte zu einem russischen „Sweep“ durch Olga Zaytseva, Yelena Migunova und Anastasiya Ovchinnikova kommen. Russland ist somit auch in der Staffel haushoch favorisiert. Dort setzt der DLV auf Katharina Gröb, Julia-Kristin Kunz, Anja Pollmächer und Sandra Schmadtke.

800m
Erstes Ziel für die einzige deutsche 800-Meter-Läuferin Janina Goldfuß (bisher 2:03,36 min) wird der Einzug ins Finale sein. Die Dritte der Deutsche Meisterschaften von Wattenscheid hat sich dort dann mit einigen Läuferinnen um die Russin Yevgeniya Zolotova (2:00,78 min) und Lucia Klocova (Slowakei; 2:01,65 min) auseinanderzusetzen, die in dieser Saison schon deutlich schneller als sie waren. Nur ein geschicktes, eher taktisches Rennen kann sie ins Medaillengeschäft bringen. Kurzfristig absagen musste die Erfurterin Doreen Klose.

1.500m
Mit um eine Medaille will die Potsdamerin Antje Möldner über 1.500 Meter kämpfen. Nach ihrem Europacup-Lapsus hatte sie, nachdem Vereinskollegin Kathleen Friedrich auf die 800 Meter ausgewichen war, in Wattenscheid keine Mühe, den deutschen Titel zu holen. In Erfurt wird es allerdings nicht so einfach werden, denn vor allem die Osteuropäerinnen sind stark zu beachten. U23-Spitzenreiterin ist gegenwärtig die erst 19-jährige, hochtalentierte Ukrainerin Nelya Neporadna. Die Junioren-Weltmeisterin kommt allerdings mit den jüngsten Starts in Rom und Zagreb in den Beinen nach Erfurt.

5.000m/10.000m
Nur Eva-Maria Stöwer (LAC Veltins Hochsauerland) hält über 10.000 Meter das Fähnchen des DLV hoch. Das Feld ist mit elf Athletinnen recht klein, eine Medaille für die Hochsauerländerin ist nicht ausgeschlossen, wäre aber doch für manche eine Überraschung. Auf beiden Langstrecken hat die Russin Tatyana Petrova ebenso doppelt gemeldet wie die Weißrussin Volha Minina gemeldet. Beide könnten die Siege unter sich ausmachen, wobei die Italiener aber auf das Eingreifen von Silvia La Barbera hoffen.

3.000m Hindernis
Die deutsche Hindernis-Meisterin Verena Dreier (LG Sieg) hat einen Platz unter den ersten Sieben als Zielstellung formuliert. Die stärksten Konkurrentinnen aus Russland, Ukraine und der Türkei waren in der bisherigen Saison allerdings noch nicht viel schneller als die DLV-Starterin, die mit einem weiteren Rennen unter zehn Minuten mit einem Platz unter den ersten Fünf rechnen kann. Lediglich Valentina Gorpynich (Ukraine) und Svetlana Ivanova (Russland) sind aus diesem Kreis wirklich stärker einzuschätzen.

100m Hürden
Ein Laufhoch hatte zuletzt die Hürdensprinterin Tina Klein (VfL Sindelfingen). In Wattenscheid holte sie sich in persönlicher Bestzeit von 13,09 Sekunden den deutschen Vizemeistertitel und konnte ihr Glück kaum fassen. Nun tritt sie in Erfurt als die Athletin mit der besten Vorleistung an. Doch die Rolle der Favoritin will sie sich nicht so gerne aufladen. Mit Judith Ritz (LAZ Leipzig; bisher 13,27 sec) und der Bremerin Carolin Nytra (13,28 sec) sitzt ihr neben der Estin Mirjam Liimask, die in dieser Saison mit Konstanz überzeugte, vor allem die eigene DLV-Konkurrenz im Nacken.

400m Hürden
Fehlanzeige über 400 Meter Hürden. Keine Deutsche hat sich über diese Strecke qualifiziert. Favorisiert sind die Russinnen Yelena Ildeykina und Anastasiya Trifonova, die vor allem noch die Ukrainerin Anastasiya Rabchenyuk auf der Rechnung haben müssen.

Hochsprung
U20-Europameisterin Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt) sollte mindestens 1,90 Meter (ihre Saisonbestleistung) überfliegen müssen, wenn sie eine Medaille haben will. Auf klarem Goldkurs scheint die russische Europacup-Siegerin Tatyana Kivimyagi mit bisher 1,98 Metern zu sein. Die Schwedin Emma Green kann ein konstantes Niveau von 1,90 Metern und mehr abrufen. Damit sollte sie auf dem Treppchen landen.

Stabhochsprung
Echte Medaillenambitionen haben die beiden Stabhochspringerinnen Floe Kühnert (TSV Bayer 04 Leverkusen; bisher 4,30 m) und die in der aktuellen Saison stark auftrumpfende Julia Hütter (LAZ Bruchköbel; 4,30 m). Auch Simone Langhirt (LAC Quelle Fürth/München/Würzburg) ist mit ihren in diesem Sommer bisher gesprungenen 4,20 Metern noch nicht aus dem Rennen. Die stärkste Konkurrentin ist die Ukrainerin Nataliya Kushch, die beim Europacup in Florenz Dritte wurde.

Weitsprung
Im Weitsprung muss die spannende Frage beantwortet werden, ob die stabile 6,70-Meter-Springerin Yuliya Zinovyeva die erfolgreiche Titelverteidigung der Siebenkampf-Olympiasiegerin Carolina Klüft (Schweden), dem Superstar der Titelkämpfe, vereiteln kann. Olga Balayeva (bisher 6,65 m) lauert dahinter auf einen Ausrutscher der beiden Favoritinnen, ist aber selbst nicht sonderlich konstant in ihren Weiten. Deutsche sind nicht am Start.

Dreisprung
Die zuletzt angeschlagene Katja Demut (TuS Jena) ist im Dreisprung die einzige deutsche Vertreterin. Mit ihren bisher 13,67 Metern ist sie allerdings im Medaillenrennen so gut wie chancenlos. Die Italienerin Simona La Mantia ist auf Gold programmiert, mit 14,69 Metern führt sie das gemeldete Feld an. Vor zwei Jahren holte sie in Bydgoszcz bereits Silber.

Kugelstoßen
Alles andere als eine Goldmedaille im Kugelstoßen wäre eine Enttäuschung für das deutsche Lager. Petra Lammert (VfB Stuttgart), die im Juni mit 19,81 Metern sogar ans Tor der 20-Meter-Marke klopfte, ist favorisiert. Allerdings ist sie durch eine Verletzung an der Stoßhand gehandicapt. Kann sie nicht ihr volles Leistungsvermögen ausschöpfen, sollte möglicherweise Christina Schwanitz (SV Neckarsulm) davon profitieren. Ein DLV-Doppelsieg ist greifbar. Härteste Konkurrentinnen könnten die Italienerin Chiara Rosa und die Weißrussin Tatyana Ilyushenko sein.

Diskuswerfen
Ähnlich gut sieht es für die deutschen Werferinnen mit dem Diskus aus. Zwar haben Ulrike Giesa (LAC Quelle Fürth/München/Würzburg), Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund) und Nadine Müller (Halleschen LAF) die kleine Chance, sich für Helsinki zu qualifizieren, bislang nicht nutzen können, umso mehr wollen sie nun in Erfurt im Medaillenkampf mitmischen. Die erst 19-jährige Darya Pishchalnikova (Russland) ist die Athletin, der sich das DLV-Trio vor allem gegenüber sieht.

Hammerwerfen
Die Deutsche Meisterin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) ist in diesem Sommer bei nunmehr 72,08 Metern angekommen, doch das bedeutet nicht automatisch den Sieg bei der U23-EM. Die Konkurrenz ist stark, Yekaterina Khoroshikh (Russland; 73,08 m) und Ivana Brkljacic (Kroatien; 71,00 m) wollen auch das Gold. In Lauerstellung liegt dahinter die Frankfurterin Kathrin Klaas (70,91 m), wie Betty Heidler auch Helsinki-Fahrerin und in Erfurt mit einer Medaillenchance ausgestattet.

Speerwerfen
Speerwerferin Annika Suthe (TSV Bayer 04 Leverkusen) hat sich aus Verletzungsgründen in diesem Sommer bislang sehr rar gemacht und auch auf die DM in Wattenscheid verzichtet, um sich auszukurieren. Eine Medaille sollte für sie fast Pflicht sein, wenn sie wieder fit ist. Die Estin Ilze Gribule und die Isländerin Ásdís Hjálmsdóttir können ebenfalls 57 oder 58 Meter weit werfen. Beide halten in ihren Ländern den Landesrekord.

Siebenkampf
Im Siebenkampf sollten eigentlich Christine Schulz (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Lilli Schwarzkopf (LC Paderborn) das dritte WM-Ticket für Helsinki unter sich auskämpfen. Daraus wird nun nichts, weil Christine Schulz wegen ihrer Oberschenkelverletzung absagen musste. Lilli Schwarzkopf aber ist auch allein stark genug für eine Medaille. Auch Gold ist nicht undenkbar. Als Favoritin gilt die Niederländerin Laurien Hoos (bisher 6.214 Punkte). Maren Schwerdtner (SC Neubrandenburg) will als nunmehr zweite DLV-Athletin möglichst an ihrer Bestleistung von 5.835 Punkten arbeiten.

20km Gehen
Die Potsdamer Geherin Maja Landmann wird sich ebenfalls an ihrer bisherigen Bestleistung 1:41:13 Stunden im 20 Kilometer Gehen orientieren. Die Spitze der Geherinnen ist zehn Minuten schneller, angeführt von der Russin Irina Petrova, die schon 1:30:18 Stunden ging und in Erfurt die Tschechin Barbora Dibelkova sowie ihre Landsfrau Olga Kaniskina im Auge haben muss.
(pg/fc)