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Bestzeit für Verena Dreier in Erfurt


Verena Dreier
(Foto: Gantenberg)
[14.07.2005] Die erste Abendveranstaltung der Europameisterschaften U23 in Erfurt stand am Donnerstag im Zeichen einer Reihe von Qualifikationen. Der Höhepunkt aus deutscher Sicht ging auf das Konto der Hindernisläuferin Verena Dreier, die in 9:56,70 Minuten neue persönliche Bestzeit lief.

Für die Sprinterinnen begannen die Titelkämpfe im Steigerwaldstadion mit drei Semifinals über 100 Meter. Verena Sailer (LAC Quelle Fürth/München/Würzburg) hatte es in ihrem Vorlauf sehr schwer. Drei Läuferinnen wurden mit 11,77 Sekunden gestoppt, und als Zweite hinter der Irin Anna Boyle qualifizierte sich Verena Sailer für das Finale.

Eine Spitzenleistung zeigte die favorisierte Griechin Maria Karastamati im zweiten Vorlauf, den sie bei 1,2 Meter pro Sekunde Gegenwind in 11,29 Sekunden herunterspulte. Da konnte auch die Britin Jeanette Kwakye mit 11,66 Sekunden nicht mithalten. Anne Möllinger (MTG Mannheim) fand dagegen nicht zur ihrer Form und enttäuschte in 12,03 Sekunden.

Die Griechin Maria Karastamati scheint im Ausblick auf das Finale auf Goldkurs, Verena Sailer könnte mit etwas Glück in den Medaillenbereich hineinlaufen.

Marius Broening im Finale

Viel Feuer gab es im ersten Semifinallauf der Männer über 100 Meter. Etwas überraschend gewann der Brite James Ellington in 10,42 Sekunden vor Koura Fantoni (Italien; 10,50 sec) und Stefan Wieser (TSV Bayer 04 Leverkusen; 10,52 sec), die sich alle direkt für das samstägliche Finale qualifizierten. Viel Glück hatte der eigentliche Favorit Eddy de Lepine (Frankreich), der in 10,52 Sekunden nur über die Zeit ins Finale kam, weil er seinen Lauf offenbar zu leicht genommen hatte.

Marius Broening (LAV Asics Tübingen) überzeugte im zweiten Semifinale. Mit 10,56 Sekunden erreichte er hinter Oudere Kankarafou (10,52 sec) als Zweiter das Finale. „Den Start habe ich ein bisschen verschlafen, aber hinten raus lief es relativ locker“, sagte er, „für das Finale am Samstag ist alles offen. Einen wirklichen Favoriten gibt es nicht.“ Marius Broening muss noch etwas draufpacken, um sich eine Medaille zu holen.

DLV-Mittelstreckler locker weiter

Der Spanier Manuel Olmedo, als Führender mit 1:45,84 Minuten in der europäischen U23-Jahresbestenliste registriert, bewies seine Stärke im ersten Semifinale über 800 Meter. Von der Spitze weg führte er bis zwanzig Meter vor Schluss. Dann aber schlüpfte Rene Bauschinger (LAC Quelle Fürth/München/Würzburg), seines Zeichen U20-Europameister, nach einem couragierten Lauf innen durch und gewann nach 1:50,66 Minuten. Der Spanier wurde Zweiter (1:50,85 min).

Andreas Freimann (LC ThueringenGas Erfurt) ließ im dritten Semifinale nichts anbrennen. Hinter dem Franzosen Kevin Hautcoeur (2:48,87 min) sicherte er sich in 1:49,08 Minuten den Einzug ins Finale. „Die Last, zuhause zu laufen, war schwerer als gedacht, aber andererseits auch eine Riesenmotivation“, sagte der Lokalmatador. Simon Huckestein (SG Wenden; 1:50,42 min) schaffte das Weiterkommen nicht.

Favorit im Stabhochsprung draußen

Eine deftige Überraschung gab es im Stabhochsprung der Männer. Verletzungsbedingt schied in der Qualifikation der Ukrainer Vladyslav Revenko schon bei der Anfangshöhe von 5,10 Metern aus. Er war mit 5,80 Metern im Vorfeld der eindeutige Favorit.

Fabian Schulze (LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) hatte keine Mühe, sich fürs Finale zu qualifizieren. Bei 5,30 Metern stieg er ein, brauchte zwei Versuche, und dann war es geschafft. Auch Alexander Straub (LG Filstal) schaffte mit 5,25 Metern den Sprung ins Finale, während das Tobias Scherbarth (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 5,10 Metern nicht gelang. Gold für Fabian Schulze im Finale ist nun greifbar.

Katja Demut mit Glück

Als einzige deutsche Dreispringerin bestritt Katja Demut (TuS Jena) die Qualifikation und konnte mit ihrer Leistung nicht zufrieden sein. Mit 13,18 Metern mogelte sie sich nach jüngsten Verletzungssorgen gerade so als Elfte in das Finale. Die Italienerin Simona La Mantia unterstrich mit einem Sprung von 14,12 Metern ihre Favoritenposition.

Zum Abschluss des Tages standen die Hindernisvorläufe der Männer und Frauen auf dem Programm. Christian Klein (LC Ascis Rehlingen) führte in seinem Vorlauf lange Zeit das Feld an, fiel dann zwischenzeitlich zurück und kämpfte sich in der letzten Runde noch in 8:44,13 Minuten auf den dritten Platz vor.

Norbert Löwa über Zeitregel weiter

Seine beiden Landsleute Steffen Uliczka (TSV Kronshagen/Kieler TB) und Norbert Löwa (LG Nord Berlin) machten es ihm anfangs nach, als sie sich vors Feld spannten. Am Schluss aber reichte die Puste nicht mehr ganz aus, doch Norbert Löwa kam als Sechster seines Laufes in 8:45,64 Minuten über die Zeitregel noch ins Finale. Der Pole Radoslaw Poplawski gewann nach 8:41,77 Minuten und untermauerte seine Favoritenstellung.

Die einzige deutsche Hindernisläuferin Verena Dreier (LG Sieg) hielt sich am Ende des Tages in ihrem Vorlauf wacker, lief die Schlussrunden in einer fünfköpfigen Spitzengruppe mit und kämpfte sich in einem imponierenden Zielspurt in 9:56,70 Minuten auf den dritten Rang vor, der fürs Finale reichte. „Ich musste ganz schön ackern“, sagte sie nach ihrem gelungenen Lauf, „ich dachte eigentlich, ich könnte ein paar Körner für den Endlauf sparen. Ich wollte und musste aber auf Platz vier laufen, sonst hätte ich auf die Zeit hoffen müssen. Nun wird im Endlauf geballert, was geht.“
 (fc)