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Alle Hürdensprinterinnen im Finale


Willi Mathiszik
(Foto: Gantenberg)
[15.07.2005] Der zweite Tag der Europameisterschaften U23 in Erfurt bot am Freitag-Vormittag einen sommerlichen Temperaturpegel: Sonne satt und Temperaturen um die dreißig Grad. Bedingungen, die von den heimischen DLV-Athleten genutzt werden konnten. Vor allem die Hürdensprinterinnen, die im Dreierpack das Finale erreichten, überzeugten.

Mit einer schlechten Nachricht für das DLV-Team begannen allerdings die Vorläufe über 110 Meter Hürden für das deutsche Team.

Kai Doskoczynski (LAC Quelle Fürth/München/Würzburg), im Vorfeld mit zu den Medaillenfavoriten zählend, hatte einen schwachen Lauf. Von Beginn an räumte er die Hürden ab, keine blieb stehen. Damit war es keine Überraschung, dass nur eine Zeit von 14,01 Sekunden herauskam. Vierter wurde er damit in seinem Rennen, und es war klar, dass ein Weiterkommen nicht möglich war. Und das ausgerechnet an seinem 21. Geburtstag. "Ich war schon an der ersten Hürde zu dicht dran. Der Wind war sicher nicht ideal, aber dann muss man eben kontrollierter laufen", meinte er selbstkritisch.

Willi Mathiszik in Schuss

Willi Mathiszik (LAZ Leipzig) ließ sich im folgenden Vorlauf allerdings von diesem Missgeschick nicht irritieren und gewann seinen Lauf sicher in 13,75 Sekunden: "Der Lauf war okay, auch wenn ich am Start und an den ersten Hürden nicht so gut unterwegs war. Dafür bin ich zwischen der dritten und achten Hürde stark gelaufen."

Jens Werrmann (1. FC Kaiserslautern) kämpfte im dritten Vorlauf zwar prächtig, aber der dritte Platz in 14,05 Sekunden reichte nicht zum Einzug ins Finale, für das der Brite David Hughes und der Weißrusse Maksim Lynsha favorisiert sind. Willi Mathiszik hat Medaillenchancen.

Tina Klein auf der Medaillenspur

Ihre Nerven im Zaum hatten alle drei deutschen Hürdensprinterinnen. Tina Klein (VfL Sindelfingen), die europäische U23-Jahresbeste über 100 Meter Hürden, dominierte ihren Vorlauf in 13,25 Sekunden: "Ich war heute erstaunlich ruhig, nur vor dem Start kribbelte es ein wenig. Aber insgesamt bin ich recht locker durchgelaufen. Es wird ein spannendes Finale.“

Denn dort ist Mirjam Liimsk (Estland; 13,24 sec) eine starke Gegnerin. In den beiden anderen Vorläufen setzten sich als jeweils Zweite Judith Ritz (LAZ Leipzig; 13,42 sec) und Carolin Nytra (Bremer LT ; 13,46 sec) durch.

David Busch raus

Keine deutsche Athletin hatte sich für die 400 Meter Hürden qualifiziert. Im Semifinale liefen die beiden Russinnen Yelena Ildeykina (57,57 sec) und Anastasiya Trifonova (57,80 sec) die schnellsten Zeiten und brachten sich damit in eine Favoritenposition fürs Finale.

Auf verlorenem Posten stand David Busch (LC Rehlingen), der einzige deutsche Teilnehmer über 400 Meter Hürden. Zwar kämpfte er tapfer, aber im Vorlauf war als Vierter in 51,94 Sekunden Endstation für ihn. Um Gold im Finale werden der Brite Rhys Williams (50,34 sec im Vorlauf), der Grieche Minas Alozidis (50,68 sec) und der Ungar Akos Dezsö (51,01 sec) streiten.

Zwei DLV-Springer im Finale

Der Olympia-Dritte im Hochsprung, Jaroslav Baba (Tschechische Republik), hatte in der Qualifikation kleine Schwierigkeiten, denn bei 2,21 Metern brauchte er immerhin zwei Versuche, ehe er drüberflog und sich fürs Finale qualifizierte. Seinen stärksten Widersachern ging es zum Teil ähnlich, lediglich der Pole Michal Bieniek zeigte sich souverän.

Nichts anbrennen ließ Matthias Haverney (SC Magdeburg). Er sprang persönliche Besthöhe mit 2,21 Metern, das war der Finalplatz. Stefan Häfner (MTG Mannheim) schaffte das nicht, er blieb bei 2,18 Metern hängen. Auch Matthias Franta (USC Mainz) reichten die 2,15 Meter nicht zum Weiterkommen.

Keine Mühe hatte Peter Rapp (LAV Asics Tübingen), sich in der Weitsprungqualifikation durchzusetzen. Mit 7,69 Metern wurde er insgesamt Vierter und untermauerte damit seine Medaillenambitionen. Den weitesten Satz setzte Danut Simion (Rumänien) mit 8,03 Metern in die Grube.

Holländerin knapp vor dem Aus

Der Siebenkampf der Frauen wurde am zweiten Tag mit dem Weitsprung weitergeführt. Die führende Niederländerin Laurien Hoos jubelte nach ihrem weiten Satz in der Weitsprunggrube, als hätte sie schon Gold gewonnen. Doch nur knapp war sie dem Aus entgangen. Wie schon im Mai in Götzis hatte sie zwei ungültige Versuche, das Zittern begann erneut.

Doch souverän zog sie sich aus der Schlinge, sprang mit 6,04 Metern eine neue persönliche Bestleistung und schrie aus Freude „das Stadion zusammen“.

Damit behauptete sie weiter ihre Führung. Lilli Schwarzkopf (LC Paderborn) erzielte mit 6,12 Metern ebenfalls eine neue Bestweite und schob sich nunmehr auf Rang drei vor. Die Russin Olga Levenkova rückte dank eines 6,23-Meter-Satzes auf den zweiten Platz.

Norman Müller weiter auf Bronzekurs

Nach sieben Disziplinen im Zehnkampf der Männer führen weiterhin die beiden Russen Alexej Sysoyev (6.009) und Aleksey Drozdov (5.888). Alexej Sysoyev setzte sich im Diskuswurf mit dem weitesten Wurf von 51,73 Metern weiter ab.

Weiter auf Medaillenkurs ist Norman Müller (Hallesche LAF) als Dritter mit 5.788 Punkten. Mit 14,73 Sekunden über 110 Meter Hürden und einem Diskuswurf von 40,99 Metern stieg er akzeptabel in den zweiten Tag ein.
 (pg)