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Noch zehn DLV-Medaillen zum U23-EM-Finale


Sabine Rumpf
(Foto: Gantenberg)
[17.07.2005] Am Abschlusstag der Europameisterschaften U23 im Erfurter Steigerwaldstadion sammelten die deutschen Athleten vor einem prächtig aufgelegten Publikum weitere zehn Medaillen. Sabine Rumpf holte Gold im Diskuswurf, acht Silbermedaillen wurden durch die beiden Kurzsprintstaffeln sowie sechs Einzelathleten errungen und Julia Hütter ersprang sich Bronze mit dem Stab.

Damit kam der DLV insgesamt bei diesen Titelkämpfen auf 26 Medaillen. Nur Russland erkämpfte sich mit 31 Medaillen mehr Edelmetall.

Sabine Rumpf mit Gold im Diskus

Auf die Werferinnen war auch in Erfurt Verlass. Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund) machte ihr Meisterstück, schleuderte den Diskus erstmals über die 60-Meter-Marke und gewann die Goldmedaille mit 60,75 Metern (wir berichteten).

Ihre Enttäuschung über den "nur" zweiten Rang mit 59,45 Metern konnte die Russin Darya Pishchalnikova nicht verbergen. Knapp eine Medaille verfehlte Ulrike Giesa (LAC Quelle Fürth/München/Würzburg) als Vierte mit 56,18 Metern. Nadine Müller (Hallesche LAF) landete mit 49,25 Metern auf einem eher enttäuschenden Rang zehn.

Silber über 200 Meter und in der Staffel

Sebastian Ernst (FC Schalke 04) war nach den Vorläufen über 200 Meter der Schnellste, und im Finale sah er dank starker Schlussmeter fast wie der Sieger aus. Doch der Franzose David Alerte schnappte ihm in 20,47 Sekunden noch den Sieg weg.

Sebastian Ernst wurde in 20,58 Sekunden Zweiter und entschied auch den Ausscheid mit Till Helmke um den Staffelplatz in Helsinki für sich. "Ich bin hierher gekommen, um Gold zu gewinnen und bin schon enttäuscht. Auf der Geraden bin ich kurz fest geworden und dann war der Franzose bereits vorbeigezogen."

Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach) landete nach 20,78 Sekunden auf dem fünften Platz.

Ein starkes Rennen lieferte die deutsche Staffel über 4x100 Meter der Männer ab. In der Besetzung Florian Rentz, Marius Broening, Sebastian Ernst und Till Helmke holte man sich in 39,12 Sekunden und neuer DLV-U23-Bestleistung hinter den in 38,95 Sekunden siegenden Franzosen Silber (wir berichteten).

Nach Disqualifikation doch Silber

Für die deutsche Frauen-Staffel über 4x100 Meter in der Besetzung Karoline Köhler, Verena Sailer, Johanna Kedzierski und Anne Möllinger war es ein Wechselbad der Gefühle. Als Dritte waren sie ins Ziel eingelaufen, wurden dann disqualifiziert und nach Protest wieder rehabilitiert.


Johanna Kedzierski, Verena Sailer, Karoline Köhler und Anne Möllinger
(Foto: Gantenberg)

Für Großbritannien blieb die Disqualifikation erhalten. So hieß die Reihenfolge: Frankreich gewinnt in 44,22 Sekunden vor Deutschland in 44,89 Sekunden und Italien in 45,03 Sekunden.

Zwei Medaillen für die Stabhochspringerinnen

Eine starke Vorstellung boten die drei deutschen Stabhochspringerinnen im Finale. Floé Kühnert (TSV Bayer 04 Leverkusen) musste sich mit 4,30 Metern nur auf Grund der Fehlversuchregel der Ukrainerin Nataliya Kushch geschlagen geben.

"Mir haben vor der Einstiegshöhe von 4,10 Metern die Knie und Hände gezittert, so nervös war ich. Aber mit einer Medaille hatte ich schon gerechnet", erklärte Floé Kühnert. Mit 4,25 Metern landete Julia Hütter (LAZ Bruchköbel) auf dem Bronzerang, Simone Langhirt (LAC Quelle Fürth/München/Würzburg) wurde mit 4,20 Metern Vierte.

Stefan Eberhardt mit Silber für Erfurt

Nicht Letzter wolle er im Finale über 1.500 Meter werden, hatte der Stefan Eberhardt (LC ThüringenGas Erfurt) vorher untertrieben. Die Wirklichkeit allerdings sah viel silbriger aus, denn der Erfurter konnte in einem starken Endspurt nach 3:48,09 Minuten noch den zweiten Platz erlaufen: "Begreifen kann ich die ganze Sache noch nicht. Bei einem solchen Rennen kann man alles gewinnen oder verlieren. Es war ein langsames Rennen, aber ich habe mich wie abgesprochen nach vorn orientiert."

Nicht zu gefährden war der souverän agierdende Favorit Arturo Casado (Spanien) in 3:47,02 Minuten.

Silber für Betty Heidler

Den vorprogrammierten Zweikampf im Hammerwurf der Frauen zwischen Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) und Yekaterina Khoroshikh (Russland) entschied die Russin schon im ersten Versuch mit 71,51 Metern für sich. "Obwohl Tatjana Lyshenko nun kürzlich am Freitag einen neuen Weltrekord aufstellte (wir berichteten), war ich für diese Europameisterschaft nominiert worden. Ich denke, dass das eine richtige Entscheidung war."

Betty Heidler sicherte sich mit 69,64 Metern den Silberrang. "Ich hatte mir mehr vorgenommen, über 70 Meter sollte es schon gehen. In der Mittagszeit fällt es mir manchmal etwas schwer, mich richtig zu konzentrieren, und das hat natürlich Auswirkungen auf die Technik. In Helsinki werde ich vom Kopf her ganz anders an die Sache heranzugehen. Dort setze ich mich nicht unter Druck."

Kathrin Klaas (LG Eintracht Frankfurt) landete mit 66,50 Metern auf dem medaillenlosen vierten Rang: "Bei der Weite hatte ich mir etwas mehr vorgestellt. Ich habe es nervlich nicht auf die Reihe bekommen."

Tina Klein auf Rang zwei


Tina Klein
(Foto: Kiefner)

Eine Medaille hatte man Tina Klein (VfL Sindelfingen) über 100 Meter Hürden zugetraut. Silber wurde es dann in 12,97 Sekunden, einer neuen persönlichen Bestzeit: "Meine Reaktion am Start war eigentlich gut, aber dann bei den ersten acht Schritten zur ersten Hürde habe ich viel Zeit verloren. Zum Glück hat die Beschleunigung über die nächsten Hürden richtig gut funktioniert. Erstmals unter 13 Sekunden, das ist super."

Gold aber holte sich die Estin Mirjam Liimask mit ebenfalls neuer persönlicher Bestzeit von 12,93 Sekunden. Judith Ritz (LAZ Leipzig) wurde in 13,32 Sekunden Fünfte, Carolin Nytra (Bremer LT) Sechste in 13,34 Sekunden.

"Nur" Silber für Willi Mathiszik

Enttäuscht kniete er nach seinem Hürdensprint auf der Laufbahn. Willi Mathiszik (LAZ Leipzig) wähnte sich kurz als Sieger, aber der Brite David Hughes hatte mit einem Zielsprung á la Colin Jackson noch das Gold in 13,56 Sekunden mit zwei Hundertstel Vorsprung gefischt.


Willi Mathiszik
(Foto: Kiefner)

Aber der Leipziger fand schnell seine Fassung wieder: "Leider waren die letzten beiden Hürden nicht meine. Aber ich kann letztendlich zufrieden sein. Es werden noch andere Finalläufe kommen, in denen man auch gewinnen kann."

Die Show der Carolina Klüft

Dieser Weitsprungwettbewerb lebte weniger von Spannung, sondern einzig und allein vom Auftritt der schwedischen Olympiasiegerin im Siebenkampf, Carolina Klüft.

Sie gehörte mit zu den Lieblingen des Erfurter Publikums und holte sich mit 6,79 Metern souverän das Gold: "Ich hatte eine Menge guter Sprünge und war sehr stabil. An dieser Europameisterschaft nahm ich aus drei Gründen teil. Ich will Spaß haben, es ist eine gute Vorbereitung für Helsinki und es ist ein wichtiger internationaler Wettkampf."

Russland sammelte Medaillen

Russische Erfolge gab es über 200 Meter durch Yelena Yakovleva (22,99 sec), Yevgeniya Zolotova über 800 Meter (2:06,00 min) und Anatoliy Rybakov über 5.000 Meter (14:06,69 min). Auch die Frauenstaffel über 4x400 Meter holte sich nach 3:27,27 Minuten Gold.

Einen türkischen Sieg errang im 5.000-Meter-Rennen der Frauen Binnaz Uslu (15:57,21 min).

Jaroslav Baba holte sich erwartungsgemäß das Hochsprungggold mit 2,29 Metern. „Ich war am Ende schon sehr müde, ich weiß nicht warum“, sagte der Tscheche. Matthias Haverney (SC Magdeburg) wurde mit neuer persönlicher Besthöhe von 2,25 Metern überraschend Fünfter.

Kein Wanderer mit 127 Kilo

Einen russischen Doppelerfolg im Dreisprung feierten Alexandr Sergeyev und Alexandr Petrenko mit 17,11 und 17,03 Metern.

Nichts anbrennen ließ der Russe Anton Lyuboslavskiy im Kugelstoßen. Mit 20,44 Metern holte er sich ungefährdet Gold: "Von meinem Sieg bin ich nicht überrascht. Schade, dass ich nicht viel von der Stadt Erfurt gesehen habe. Aber es ist zu anstrengend für mich, mit meinem Gewicht von 127 Kilo immer herumzulaufen".

Robert Dippl (LAC Quelle Fürth/München/Würzburg) belegte mit 18,68 Metern Platz sechs. Philipp Barth (TV Wattenscheid) wurde mit 17,38 Metern nur Zehnter im Finale, hatte aber dafür eine Erklärung: "Ich habe leider eine Verletzung am Wurfarm. So muss ich mit dem Einzug ins Finale schon zufrieden sein."

Neugeboren

Den weitesten Speerwurf landete der Pole Igor Janik mit 77,25 Metern. „Ich fühle mich wie neugeboren“, kommentierte er seinen Erfolg, nachdem er im letzten Jahr wegen Rückenproblemen keine Wettkämpfe bestreiten konnte und zwei Monate mit dem Training aussetzen musste.

In der letzten Disziplin dieser Europameisterschaften holten sich die Polen mit ihrer 4x400-Meter-Staffel in 3:04,41 Minuten eine weitere Goldmedaille. Die deutsche Staffel war in der Besetzung Tilo Ruch, Kamghe Gaba, Thomas Wilhelm und Christopher Helm in 3:05,35 Minuten auf Rang fünf gelandet, nachdem zuvor ihre weiblichen Kolleginnen Katharina Gröb, Anja Pollmächer, Sandra Schmadtke und Julia-Kristin Kunz als Siebte (3:37,18 min) angekommen waren.
 (fc)